Herzland-Magazin


Tina und Toni, beide 31, von Kindesbeinen an miteinander verbandelt und nun gemeinsam Herz, Kopf und Hand von Kindgerecht Design. Seit 2011 sind sie ein Paar, seit 2014 entwerfen und bauen sie intelligente Kindermöbel – authentisch, nachhaltig und fair, mit Herzblut und Handarbeit in der eigenen Holzwerkstatt im Erzgebirge.

„Das Thema Kindermöbel kam ganz natürlich zu uns“, sagt Tina Berchner, die Produkt- und Kommunikationsdesign in Dessau studierte. Als ihre Bachelorarbeit ins Haus stand, suchte sie – in-spiriert vom eigenen Kinderwunsch – nach hochwertigen Kinder-möbeln, die man auch über das Babyalter hinaus sinnvoll nutzen kann. Doch so recht wollten ihr die Kinderbetten, die es am Markt gab, nicht gefallen. „Warum müssen Kinderbetten eckig sein? Was wünschen sich Mutter und Kind? Warum sollte man erst ein Beistellbett kaufen und sechs Monate später ein Kinderbett – geht das nicht auch nachhaltiger?“, fragte sie sich – und entwarf für ihre Abschlussarbeit ein Bett, das bis heute seinesgleichen sucht. Formschön und funktional, intelligent und vielseitig, mitwachsend und flexibel – ein echter Begleiter fürs Leben. Berührt man die sanften Formen, spürt man die hohe Qualität: Kein Grat, keine Schraube, kein Klappern – einfach nur gutes Holz in feinstem Schwung. „Ich wollte ein hochwertiges Möbelstück für Kinder schaffen, das Design und Funktion formschön vereint“, beschreibt die Gestalterin ihren Anspruch. Gemeinsam mit ihrem Mann Toni, der fürs Handwerkliche zuständig ist, brachte sie die Idee zur Marktreife. Später, für ihre Master-Arbeit, entwarf die Desi-gnerin noch die passende Wickelkommode zum Kinderbett – ein ebenso formschönes Funktionswunder, das mittlerweile auch in Serie produziert wird. Zu zweit sind Tina und Toni echte Allrounder: Von der Bestellan-nahme bis zur Buchhaltung, vom Design bis zur Werbung, von der Prozessentwicklung bis zur Produktion liegt alles in ihren Händen. „Wenn man alles selber macht, gewinnt man eine große Wertschätzung für das Produkt“, weiß Toni Walther. Nachhaltiges Arbeiten und der persönliche Kontakt zu den Menschen, die ihre Bettchen kaufen, liegen den jungen Unternehmern am Herzen. Fast jedes Kinderbett wird von Tina und Toni persönlich ausgeliefert. Eine große Karte im Büro zeigt, wo sie überall schon waren. „Die Begegnungen sind oft sehr emotional“, erzählt Tina Berchner. „Wir lernen die Familien kennen, werden manchmal sogar mit zum Essen eingeladen und kommen ins Gespräch.

„ICH WOLLTE EIN HOCHWERTIGES MÖBELSTÜCK FÜR KINDER SCHAFFEN,DAS DESIGN UND FUNKTION FORMSCHÖN VEREINT.“

„WENN MAN ALLES SELBER MACHT,GEWINNT MAN EINE GROSSE WERTSCHÄTZUNG FÜR DAS PRODUKT.“

Wir entdecken herrliche Ecken von Deutschland, Österreich und der Schweiz und erzählen natürlich auch immer vom Erzgebirge.“ Die Kunden schätzen die Regionalität, das gute Design und den hohen Anspruch, für den die Möbel von Kindgerecht Design stehen. „Wir können offen zeigen, wer es baut und wo es herkommt – bis zum Holz, das wir verwenden“, sagt Toni Walther. Er hat Außenhandel studiert und zuvor eine Lehre als Industriemechaniker gemacht. Das kommt ihm jetzt zugute. „Toni hat goldene Hände“, sagt Tina lächelnd, und ein Blick in die Halle liefert den Beweis. Zwei CNC-Fräsmaschinen, Schleifmaschinen und Sägen, eine große Lackiermaschine – das sieht nach hohen Investitionen aus. „Von wegen“, lacht Toni Walther. „Die meisten Maschinen waren fast schrottreif, als wir sie für kleines Geld gekauft haben. Dann habe ich sie wieder gangbar gemacht.“ Jetzt stehen sie in der alten Scheune des Hofes, auf dem drei Generationen gemein-sam leben. Die Oma kocht jeden Tag Mittagessen für die ganze Familie. Ein Miteinander, das glücklich macht. „Wir schätzen das so sehr, was wir hier haben“, sagen die Firmengründer. „Dieses Gefühl, jeden Tag aufzustehen und sich auf seine Aufgaben zu freuen. Das ist unsere Motivation.“ Für die Zukunft haben Tina und Toni jede Menge Pläne und Ideen. „Wir wachsen langsam, ganz natürlich“, sagt Toni Walther. „Tag für Tag sammeln wir neue Erfahrungen. Es ist schön, diesen Weg gemeinsam zu gehen.“